Maga­zin

Was macht der Arbeits­kreis Gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt?

Enga­ge­ment & Gesell­schaft

Okto­ber 2026

Was macht der Arbeitskreis Gesellschaftlicher Zusammenhalt?

Drei Fragen an Niklas Alt vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin


Wie kön­nen sozia­le Orga­ni­sa­tio­nen in Ber­lin trotz Kür­zun­gen, Pola­ri­sie­rung und Anfein­dun­gen wei­ter­hin gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt sichern? Die­ser Fra­ge wid­met sich der Arbeits­kreis „Gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt“ im Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­band Ber­lin. Ein Inter­view mit Niklas Alt.

Sozia­le Orga­ni­sa­tio­nen sind die Orte, an denen gesell­schaft-licher Zusam­men­halt gelebt wird: in Nach­bar­schafts­ca­fés, Jugend­clubs, Flücht­lings­hil­fe­ein­rich­tun­gen oder Bera­tungs­stel­len. Für vie­le wird die Arbeit jedoch immer her­aus­for­dern­der. Einer­seits durch Kür­zun­gen von Gel­dern. Aber auch durch stär­ker wer­den­de sozia­le Phä­no­me­ne. Niklas Alt stellt als Ver­ant­wort­li­cher für den Bereich frei­wil­li­ges Enga­ge­ment und Gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt beim Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­band Ber­lin fest, dass Ein­sam­keit und sozia­le Spal­tung zuneh­men­de Her­aus­for­de­run­gen sind. Aber auch pola­ri­sie­ren­der Aus­sa­gen bis hin zu Anfein­dun­gen sozia­ler Orga­ni­sa­tio­nen wer­den immer mehr zum Pro­blem.

Damit beschäftigt sich der Arbeitskreis Gesellschaftlicher Zusammenhalt im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Was passiert dort genau?

Niklas Alt, was genau ist der Arbeits­kreis Gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt? Aus wem besteht er und was ist sei­ne Auf­ga­be?

Im Arbeits­kreis „Gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt“ kom­men unse­re Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen vier Mal im Jahr zusam­men. Er bie­tet Raum für Aus­tausch, Ver­net­zung und aktu­el­le Infor­ma­tio­nen aus dem Ver­band. Je nach Schwer­punkt laden wir zusätz­lich Expert:innen ein. Gemein­sam sam­meln wir Bedar­fe und Stim­mungs­bil­der, spie­geln Ver­bands­ak­ti­vi­tä­ten zurück in die Mit­glied­schaft und ent­wi­ckeln bei Bedarf gemein­sa­me Vor­ha­ben.


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Welche konkreten Entwicklungen beobachten Sie und wo sehen Sie die dringendsten Handlungsfelder?

Orga­ni­sa­tio­nen erle­ben häu­fig pola­ri­sie­ren­de, teils rechts­po­pu­lis­ti­sche Aus­sa­gen und Anfein­dun­gen – mit dem Ziel, Zivil­ge­sell­schaft zu dele­gi­ti­mie­ren. Zugleich ver­schär­fen sozia­le Spal­tung und Ein­sam­keit gesell­schaft­li­che Span­nun­gen. Nötig sind der Schutz vor Dif­fa­mie­run­gen von Zivil­ge­sell­schaft, es bedarf Wei­ter­bil­dungs­for­ma­te für Fach­kräf­te und Frei­wil­li­ge und finan­zier­te Schutz­kon­zep­te gegen Über­grif­fe. Ergän­zend bie­ten wir Work­shops wie Argu­men­ta­ti­ons­trai­nings oder Bera­tung zur Posi­tio­nie­rung auf Social Media an.

Wie können soziale Organisationen zu Orten des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden?


Vie­le unse­rer Mit­glieds­or­ga­ni­sa­ti­on sind das bereits. Um nied­rig­schwel­li­ge, dis­kri­mi­nie­rungs­sen­si­ble Räu­me zu bie­ten, in denen Men­schen sich begeg­nen, mit­re­den und Unter­stüt­zung fin­den, braucht es nach­hal­ti­ge För­der­struk­tu­ren und vor allem eine Zusam­men­ar­beit mit Ver­wal­tung, die auf Ver­trau­en in die Zivil­ge­sell­schaft fußt. Dafür ist ein ver­läss­li­cher Rah­men wich­tig. Des­halb

spre­chen wir uns dafür aus, das geplan­te Lan­des­de­mo­kra­tie-för­der­ge­setz noch in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode zu ver­ab­schie­den.

Das Inter­view wur­de im Juli 2026 geführt. Bei Inter­es­se am Arbeits­kreis: alt(ät)paritaet-berlin.de.


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Redak­ti­on: Julia Mann

Titel­bild: Pexels