Was macht der Arbeitskreis Gesellschaftlicher Zusammenhalt?
Drei Fragen an Niklas Alt vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin
Wie können soziale Organisationen in Berlin trotz Kürzungen, Polarisierung und Anfeindungen weiterhin gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern? Dieser Frage widmet sich der Arbeitskreis „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Ein Interview mit Niklas Alt.
Soziale Organisationen sind die Orte, an denen gesellschaft-licher Zusammenhalt gelebt wird: in Nachbarschaftscafés, Jugendclubs, Flüchtlingshilfeeinrichtungen oder Beratungsstellen. Für viele wird die Arbeit jedoch immer herausfordernder. Einerseits durch Kürzungen von Geldern. Aber auch durch stärker werdende soziale Phänomene. Niklas Alt stellt als Verantwortlicher für den Bereich freiwilliges Engagement und Gesellschaftlicher Zusammenhalt beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin fest, dass Einsamkeit und soziale Spaltung zunehmende Herausforderungen sind. Aber auch polarisierender Aussagen bis hin zu Anfeindungen sozialer Organisationen werden immer mehr zum Problem.
Damit beschäftigt sich der Arbeitskreis Gesellschaftlicher Zusammenhalt im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Was passiert dort genau?
Niklas Alt, was genau ist der Arbeitskreis Gesellschaftlicher Zusammenhalt? Aus wem besteht er und was ist seine Aufgabe?
Im Arbeitskreis „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ kommen unsere Mitgliedsorganisationen vier Mal im Jahr zusammen. Er bietet Raum für Austausch, Vernetzung und aktuelle Informationen aus dem Verband. Je nach Schwerpunkt laden wir zusätzlich Expert:innen ein. Gemeinsam sammeln wir Bedarfe und Stimmungsbilder, spiegeln Verbandsaktivitäten zurück in die Mitgliedschaft und entwickeln bei Bedarf gemeinsame Vorhaben.
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Welche konkreten Entwicklungen beobachten Sie und wo sehen Sie die dringendsten Handlungsfelder?
Organisationen erleben häufig polarisierende, teils rechtspopulistische Aussagen und Anfeindungen – mit dem Ziel, Zivilgesellschaft zu delegitimieren. Zugleich verschärfen soziale Spaltung und Einsamkeit gesellschaftliche Spannungen. Nötig sind der Schutz vor Diffamierungen von Zivilgesellschaft, es bedarf Weiterbildungsformate für Fachkräfte und Freiwillige und finanzierte Schutzkonzepte gegen Übergriffe. Ergänzend bieten wir Workshops wie Argumentationstrainings oder Beratung zur Positionierung auf Social Media an.
Wie können soziale Organisationen zu Orten des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden?
Viele unserer Mitgliedsorganisation sind das bereits. Um niedrigschwellige, diskriminierungssensible Räume zu bieten, in denen Menschen sich begegnen, mitreden und Unterstützung finden, braucht es nachhaltige Förderstrukturen und vor allem eine Zusammenarbeit mit Verwaltung, die auf Vertrauen in die Zivilgesellschaft fußt. Dafür ist ein verlässlicher Rahmen wichtig. Deshalb
sprechen wir uns dafür aus, das geplante Landesdemokratie-fördergesetz noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden.
Das Interview wurde im Juli 2026 geführt. Bei Interesse am Arbeitskreis: alt(ät)paritaet-berlin.de.
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Redaktion: Julia Mann
Titelbild: Pexels