Coaching für Studierende mit Herz und Verstand
Interview mit Juliane Link
Wie schafft man es, Studium, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen? Was tun bei Überforderung, Selbstzweifeln oder Motivationslöchern? Juliane Link bietet Coaching für die Studierende zu genau solchen Fragen an. Dabei kann es um persönliche Herausforderungen oder berufliche Entscheidungen gehen. Im Studium Sozialmanagement (M. A.) ist das Coaching ein fester Bestandteil des Programms. Auch in den Bachelor-Studiengängen Soziale Arbeit und Heilpädagogik gibt es regelmäßige Supervisionsangebote von ihr. In diesem Interview stellt Juliane Link sich näher vor.
Wie sind Sie zu Ihrem Beruf als Coach gekommen?
Auf meiner ersten Stelle war ich Referentin für eine Katholische Studierendengemeinde. Dort habe ich Veranstaltungen organisiert und Meditationskurse gegeben, vor allem aber war ich als Seelsorgerin für Studierende da, die gerade eine Krise durchlebten. Außerdem war ich Ansprechpartnerin für Studierende, die sich für spirituelle Themen interessierten und dazu Fragen hatten. In den Gesprächen habe ich dann schnell gemerkt, dass die meisten aber noch mit ganz anderen Dinge beschäftigt waren. Oft ging es um überfordernde Situationen im Studienalltag und die vielen Entscheidungen, die in dieser Lebensphase anstehen. So kam ich auf die Idee, mich als Coach ausbilden zu lassen.
Was ist Ihre Motivation, Studierende als Coach zu begleiten?
Viele erleben während des Studiums einen rasanten persönlichen Entwicklungsprozess. Das Studium erweitert ihren Horizont und verändert ihre Perspektive auf die Dinge. Solche Prozesse zu begleiten, bedeutet häufig auch Biographiearbeit und das ist eine sehr schöne Aufgabe. Studierende sind tolle Klient:innen. Sie sind meistens sehr offen und es fällt ihnen leicht, über komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen nachzudenken und Neues auszuprobieren. Diese Fähigkeiten bringen sie ins Coaching ein und das eröffnet mir viele Möglichkeiten für meine Arbeit.
Ich versuche im Gespräch einen Raum zu eröffnen, in dem nicht nur kognitive Überlegungen ihren Platz haben, sondern auch Gefühle und Körperempfindungen. Man muss nicht immer nach ihnen handeln, aber es lohnt sich, sie zu verstehen.
Was möchten Sie den Studierenden weitergeben? Welche Ansätze und welche Haltung verfolgen Sie?
Ich möchte Studierende ermutigen, kreativ zu sein, wenn sie vor Herausforderungen stehen. Das gilt für jeden einzelnen Lebensweg, aber auch für die globale Krisen und Probleme, mit denen wir aktuell und in Zukunft zurechtkommen müssen.
Außerdem arbeite ich viel mit Ansätzen aus dem Embodiment, bei denen die Synchronisation von Herz und Verstand wichtig ist. Wenn wir kein gutes Bauchgefühl haben, bringt es auf Dauer nichts, die Zähne zusammenzubeißen. Ich versuche im Gespräch einen Raum zu eröffnen, in dem nicht nur kognitive Überlegungen ihren Platz haben, sondern auch Gefühle und Körperempfindungen. Man muss nicht immer nach ihnen handeln, aber es lohnt sich, sie zu verstehen.
Was macht Ihnen in Ihrer Coaching-Tätigkeit an der Paritätischen Akademie Berlin besonders Freude?
An der Paritätischen Akademie habe ich mit sehr sympathischen Studierenden zu tun, die sozial und emotional kompetent sind und eine hohe Motivation mitbringen. Fast alle haben schon Supervisions- oder Coachingerfahrung und können sich gut reflektieren.
Die Coachings finden in kleinen Gruppen statt, in denen sich die Studierenden mit viel Empathie gegenseitig unterstützen und Mut machen. Das miterleben und mitgestalten zu können macht mir große Freude.
Vielen Dank für das Interview, Juliane Link!
Das Coaching ist fester Bestandteil des Masterstudiums Sozialmanagement und kann Studierende in folgenden Bereichen unterstützen:
- berufliche Neuorientierung
- Rollenklärung zwischen Job und Studium
- Führungskompetenz, Kommunikation, Selbstmanagement
- Umgang mit Perfektionismus oder innerem Druck
In erster Linie geht es in diesem Studiengang um die Vermittlung von Wissen über Betriebswirtschaft und Management für den sozialen Bereich. Aber auch gesellschaftliche Entwicklungen spielen eine Rolle. Die Studierenden sind bereits berufstätig und beschäftigen sich daher mit der übergeordneten Frage: Wie kann eine soziale Organisation nachhaltig, zukunftssicher und verantwortungsbewusst geleitet werden?
Erfahren Sie hier mehr über den Studiengang Sozialmanagement (Master of Arts), den wir in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin anbieten.
Auch in unseren berufsbegleitenden Bachelorstudiengängen Soziale Arbeit und Heilpädagogik gibt es Supervision als regelmäßiges Angebot für Studierende. Diese Studiengänge werden in Kooperation mit der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik Berlin angeboten.
Sie können sich jetzt bis zum 30. Juni 2026 für den Studienstart der Studiengänge im Oktober 2026 bewerben!
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Redaktion: Julia Mann (Paritätische Akademie Berlin)
Titelbild: Juliane Link (Foto: Jörg Farys, Grafik: Julia Mann)