Maga­zin

Die Sozi­al­wirt­schaft ist ein Arbeits­feld mit Zukunft

10. MAI 2021 | Mas­ter Sozi­al­ma­nage­ment

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Im Gespräch mit Dr. Joa­chim Rock, Dozent im Mas­ter Sozi­al­ma­nage­ment

Unser berufs­be­glei­ten­der Mas­ter­stu­di­en­gang Sozi­al­ma­nage­ment ver­mit­telt die Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten, sozia­le Orga­ni­sa­tio­nen auf der Basis fun­dier­ter recht­li­cher und betriebs­wirt­schaft­li­cher Manage­ment­kennt­nis­se zu füh­ren und zu lei­ten. Wie vie­le unse­rer Dozie­ren­den ver­bin­det Dr. Joa­chim Rock dort Pra­xis und Leh­re. Im Inter­view mit unse­rer Refe­ren­tin Johan­na Brö­mer gibt er Ein­bli­cke in sei­ne Arbeit und spricht über die Her­aus­for­de­run­gen für Füh­rungs­kräf­te in der Sozi­al­wirt­schaft.

Herr Rock, neben Ihrer Tätig­keit als Dozent bei uns im Stu­di­en­gang arbei­ten Sie für den Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­band. Wel­che Auf­ga­ben haben Sie dort genau?

Im Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­band lei­te ich die Abtei­lung „Arbeit, Sozia­les und Euro­pa“. Hier bear­bei­ten wir das gesam­te Arbeits­feld der „Archi­tek­tur der Sozia­len Siche­rungs­sys­te­me“, vom Hartz-IV-Sys­tem über Arbeits­markt- und Alters­si­che­rungs­po­li­tik bis hin zu den Inter­es­sen der Beschäf­ti­gungs­trä­ger im Pari­tä­ti­schen. Wei­te­re Refe­ra­te sind der kom­mu­na­len Sozi­al­po­li­tik und der Euro­pa- und Bil­dungs­po­li­tik gewid­met. In unse­rer Abtei­lung ist auch die Pari­tä­ti­sche For­schungs­stel­le ange­sie­delt. Wir arbei­ten dort an der Wei­ter­ent­wick­lung der Sozi­al­staa­tes und der Sozia­len Arbeit im Sin­ne des Pari­tä­ti­schen und sei­ner Mit­glie­der. Lang­wei­lig wird’s nicht.

Was ist Ihre Moti­va­ti­on, zusätz­lich als Dozent im Stu­di­en­gang Sozi­al­ma­nage­ment zu unter­rich­ten?

In den Stu­di­en­gän­gen tref­fen sehr enga­gier­te und moti­vier­te Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen mit unter­schied­li­chen

Hin­ter­grün­den, aus den ver­schie­dens­ten Arbeits­fel­dern und Regio­nen zusam­men. Die Aka­de­mie schafft damit eine inspi­rie­ren­de Lern­um­ge­bung, selbst für die Dozen­tin­nen und Dozen­ten. Das reizt mich. Die Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten sind ein zusätz­li­ches Plus. Vie­le der Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten tref­fe ich spä­ter

in der Pra­xis, häu­fig in Lei­tungs­po­si­tio­nen, wie­der.

Was sind die inhalt­li­chen Schwer­punk­te Ihrer Ver­an­stal­tun­gen? Wel­che The­men leh­ren Sie bei uns?

Ich wid­me die Leh­re den soge­nann­ten Rah­men­beding­ungen des Sozi­al­ma­nage­ments und ver­su­che Ent­wick­lungs­li­ni­en auf­zu­zei­gen: wie hat sich Sozia­le Arbeit, wie hat sich Wohl­fahrts­pfle­ge und Sozi­al­wirt­schaft ent­wi­ckelt? Was bedeu­te­te das heu­te für uns, und wel­che Her­aus­for­de­run­gen erge­ben sich dar­aus für die Zukunft? Was machen wir damit?

Ein Schwer­punkt des Mas­ter­stu­di­en­gangs Sozi­al­ma­nage­ment ist ja die Qua­li­fi­zie­rung von (zukünf­ti­gen) Füh­rungs­kräf­ten in der Sozi­al­wirt­schaft. War­um ist die­se Qua­li­fi­zie­rung wich­tig und wel­chen Bei­trag leis­tet das Stu­di­um an der Aka­de­mie dabei?

Die Sozi­al­wirt­schaft, vor allem aber die gemein­nüt­zi­ge Wohl­fahrts­pfle­ge, ist ein Arbeits­feld mit Zukunft. Der

Bedarf an Leis­tun­gen in die­sem Bereich wird künf­tig noch wei­ter wach­sen. Die damit ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen las­sen sich nicht mit Lösun­gen von der Stan­ge bewäl­ti­gen. Dazu braucht es Kom­pe­ten­zen aus Theo­rie und Pra­xis, vor allem aber die ange­wand­te Lie­be zur Welt und den Men­schen, wie es Johan­nes Rau ger­ne for­mu­lier­te.

Inwie­fern ist das The­ma „Wohl­fahrts­staat­li­che Rah­men­beding­ungen“ dafür rele­vant?

Nie­mand schafft sich sei­ne Umwelt selbst, wir alle leben in einem Rah­men, der gege­ben ist, aber gestal­tet wer­den

kann. Wir müs­sen dazu wis­sen, was ges­tern war und was das Heu­te geprägt hat, wenn wir uns heu­te schon für mor­gen enga­gie­ren möch­ten. Die Bedin­gun­gen dafür müs­sen wir uns bewusst machen.

Haben Sie bei Ihren Vor­le­sun­gen bestimm­te Lern- oder Qua­li­fi­ka­ti­ons­zie­le vor Augen?

Natür­lich. Vor allem geht es nicht dar­um, ein­zel­ne Zah­len, Daten und Fak­ten zu wie­der­ho­len. Es geht dar­um, sich die „Regeln des Spiels“, sei­ne Grund­la­gen und Mecha­nis­men nicht nur zu erschlie­ßen und trans­pa­rent zu machen, son­dern immer wie­der neue Ant­wor­ten auf die Fra­gen zu for­mu­lie­ren, wie wir Wir­kung in der Welt, in der wir leben, erzie­len kön­nen: Nicht abs­trakt, son­dern ganz kon­kret, für die Gesell­schaft und die Men­schen, die sie aus­ma­chen.

Wel­che Erkennt­nis­se wün­schen Sie sich für die Stu­die­ren­den im Rah­men des Stu­di­ums? Gibt es irgend­et­was, das Ihnen beson­ders am Her­zen liegt?

Weni­ge hun­dert Meter tren­nen die Aka­de­mie vom Lebens‑, Arbeits- und Ruheort Ber­tolt Brechts. Er hat uns einen Impe­ra­tiv über­las­sen, den es zu beher­zi­gen gilt: Ände­re die Welt. Sie braucht es.

Vie­len Dank für das Gespräch!

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