Maga­zin

Hal­tung als Lei­tung im Stu­di­um ent­wi­ckeln

Febru­ar 2024 | Alum­ni Inter­views

Haltung als Leitung im Studium entwickeln

Oli­ver Heymann hat Sozi­al­ma­nage­ment stu­diert. Wir spre­chen mit ihm dar­über, wie das M.A. Stu­di­um sei­ne beruf­li­che Lauf­bahn

beein­flusst hat.

 

Herr Heymann, schön, dass Sie sich Zeit genom­men haben mit uns zu spre­chen. In wel­cher Ein­rich­tung arbei­ten Sie und was ist Ihre Rol­le in der Orga­ni­sa­ti­on?

Oli­ver Heymann: Mein Name ist Oli­ver Heymann. Ich bin Bereichs­lei­ter im Kin­der- und Jugend­hil­fe Zen­trum Neu­kölln des Evan­ge­li­schen Jugend und Für­sor­ge­werks. Wir sind der größ­te Anbie­ter von sta­tio­nä­rer Kin­der- und Jugend­hil­fe in Ber­lin Neu­kölln. Ins­ge­samt umfasst die Abtei­lung Jugend­hil­fe im EJF (Evan­ge­li­sches Jugend- und Für­sor­ge­werk) unge­fähr 1800 Mit­ar­bei­ten­de. Hier an unse­rem Stand­ort im Ver­bund sind wir etwa 150 Men­schen, davon 120 Kolleg:innen mit päd­ago­gi­schen Beru­fen in ver­schie­de­nen Wohn­grup­pen. Wir haben bei uns Kin­der und Jugend­li­che in allen Alters­grup­pen in ver­schie­de­nen Schwer­punk­ten in den eige­nen Bedar­fen woh­nen, die hier ihren Lebens­mit­tel­punkt haben.

 

Und wie sieht Ihr Tages­ab­lauf aus?

Oli­ver Heymann: Ins­ge­samt bin ich als Bereichs­lei­tung für sechs Wohn­grup­pen zustän­dig. Das bedeu­tet, dass ich für etwa 35 Mit­ar­bei­ten­de in der Per­so­nal­ver­ant­wor­tung bin und etwas über 40 Kin­der und Jugend­li­che in mei­nem Bereich leben. Gleich zu Tages­be­ginn tre­te ich mit den päd­ago­gi­schen Fach­kräf­ten der jewei­li­gen Grup­pen in Kon­takt, um zu gucken, ob bei ihnen alles in Ord­nung ist. Ich bin wöchent­lich in rela­tiv vie­len Team­sit­zun­gen, höre intern und extern viel zu, steue­re an den not­wen­di­gen Punk­ten und mache Con­trol­ling. Ent­wi­ckelt sich die jewei­li­ge Grup­pe in die rich­ti­ge Rich­tung? Gibt es da Unter­stüt­zungs­be­darf mei­ner­seits? Bestehen aktu­ell irgend­wel­che Kri­sen oder Ent­wick­lun­gen, die mei­ner Per­son bedür­fen? Es kann ab und zu Vor­fäl­le geben. Das kön­nen per­sön­li­che Kri­sen eines jun­gen

Men­schen sein. Oder wir hat­ten letz­te Woche die Situa­ti­on, dass es einen klei­nen Brand in einer Grup­pe gab. Der hat mich die­se Woche sehr inten­siv beschäf­tigt. Es muss­te nach­ge­forscht wer­den, wie es dazu kam und wie das ver­mie­den wer­den kann. Sol­che Situa­tio­nen müs­sen gründ­lich geklärt wer­den und das gehört auch zu mei­ner lei­ten­den Tätig­keit.

Was haben Sie vor der Arbeit in der sta­tio­nä­ren Kin­der- und Jugend­hil­fe in Ber­lin Neu­kölln gemacht?

Oli­ver Heymann: Als ich mein M.A. Sozi­al­ma­nage­ment ange­fan­gen habe, war ich in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe tätig und muss­te spä­ter aus fami­liä­ren Grün­den in eine ande­re Stadt zie­hen. Durch den Mas­ter und die fle­xi­ble Struk­tur des berufs­be­glei­ten­den Stu­di­en­gangs gelang mir

am neu­en Ort der Wech­sel in die Alten­hil­fe. Ich hat­te einen span­nen­den Job als Ein­rich­tungs­lei­tung für offe­ne Alten­hil­fe gefun­den, die für einen gan­zen Stadt­teil und meh­re­re Tau­send älte­re Men­schen zustän­dig war. Aber nach einer Wei­le stand der Beschluss, dass wir zurück nach Ber­lin möch­ten, und ich muss­te mich erneut auf die Suche nach einer pas­sen­den Stel­le umschau­en. Hier in der sta­tio­nä­ren Kin­der- und Jugend­hil­fe in Ber­lin Neu­kölln fand ich das anspre­chends­te Ange­bot. Schon im Rah­men der Bewer­bungs­ge­sprä­che merk­te ich, dass es hier von den Arbeits­struk­tu­ren und Kli­ma ange­nehm war. Die ande­ren Bewer­bungs­ge­sprä­che habe ich gar nicht mehr durch­ge­führt. Ich bin jetzt seit ein­ein­halb Jah­ren hier und bereue die­se Ent­schei­dung nicht. Ich gehe jeden Tag ger­ne in die Arbeit.

Wel­chen Unter­schied macht Ihre Arbeit im Leben der Kin­der und jun­gen Erwach­se­nen?

Oli­ver Heymann: Es gibt vie­le jun­ge Men­schen, die aus unter­schied­lichs­ten Grün­den nicht mehr bei den Eltern woh­nen kön­nen. Oft sind

hier Schick­sals­schlä­ge und das Zusam­men­kom­men von vie­len hin­der­li­chen Fak­to­ren aus­schlag­ge­bend. Zum Bei­spiel weil die Eltern in die Obdach­lo­sig­keit gerutscht sind, oder unter schwe­ren kör­per­li­chen oder psy­chi­schen Erkran­kun­gen lei­den. In man­chen Situa­tio­nen gibt es kei­ne Eltern mehr oder zu Hau­se ent­steht eine so gro­ße Kri­se, dass es zumin­dest für eine gewis­se Zeit nicht mög­lich oder nicht mehr sicher ist, die Kin­der bei den Eltern leben zu las­sen. Und dann greift die Kin­der- und Jugend­hil­fe. In star­ker Zusam­men­ar­beit mit den Jugend­äm­tern und in den meis­ten Fäl­len der Zustim­mung der Sor­ge­be­rech­tig­ten, fin­den die­se Kin­der bei uns Platz und wer­den in ihren indi­vi­du­el­len Situa­tio­nen betreut und beglei­tet. Die Wie­der­zu­sam­men­füh­rung mit den Eltern wird natür­lich, mit aller gebo­te­ner Vor­sicht, in den Vor­der­grund gestellt. Denn kei­ne Betreu­ungs­per­son kann die Eltern erset­zen. In Zusam­men­ar­beit mit dem Jugend­amt arbei­ten wir dar­an, die Eltern zu befä­hi­gen ein gutes elter­li­ches Ver­hält­nis mit dem Kind auf­zu­bau­en und ihnen ein sta­bi­les Umfeld zu bie­ten. Auf der ande­ren Sei­te arbei­ten wir mit vie­len Koope­ra­ti­ons­part­nern aus dem unmit­tel­ba­ren Umfeld der Kin­der, mit den jewei­li­gen Vor­mund­schaf­ten, mit den

Schu­len, Groß­fa­mi­li­en und Freun­des­krei­sen, die eine Rol­le im Leben des Kin­des haben und neben dem Erzie­hungs­be­rech­tig­ten für eine gelun­ge­ne Rück­füh­rung in die elter­li­che Fami­lie wich­tig sind. Das ist eine sehr kom­ple­xe Arbeit, die hier von unse­ren Erzieher:innen und Sozialarbeiter:innen durch­ge­führt wird.

Mei­ne Rol­le dabei ist unter ande­rem, die Meta­ebe­ne ein­zu­neh­men und ihre päd­ago­gi­sche Arbeit zu unter­stüt­zen

in dem ich schaue: Wie müs­sen wir unse­re Grup­pen so aus­rich­ten, dass sie dem Bedarf und den mul­ti­plen Pro­blem­la­gen der Kin­der und Jugend­li­chen gerecht wer­den und auch die sich immer wie­der ver­än­dern­den gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Bedar­fe und Ziel­grup­pen berück­sich­ti­gen. Wel­che fach­li­chen Stan­dards set­zen wir uns, wie hal­ten wir die­se ein? Wie fin­det Wis­sens- und Infor­ma­ti­ons­wei­ter­ga­be

statt? Nach wel­chen päd­ago­gi­schen Richt­li­ni­en han­deln wir? Wie gehen wir vor im Kri­sen­fall?

Ich bin die Per­son, die prak­tisch etwas abseits der Grup­pe steht, aber jeder­zeit rein­kommt und da unter­stützt, wo Not an der Per­son ist.

Was pas­siert, wenn jun­ge Erwach­se­ne die Wohn­grup­pen ver­las­sen müs­sen, gelingt ihnen ein guter Über­gang in das erwach­se­ne Leben?

Oli­ver Heymann: Je nach Aus­rich­tung der Wohn­grup­pe und nach dem indi­vi­du­el­len Ver­lauf der ein­zel­nen Kin­des­si­tua­ti­on,

ob es wie­der zu den Eltern geht oder prak­tisch in eine eige­ne Woh­nung, beglei­ten wir unter­schied­lich. Nach dem Aus­zug aus unse­rer Ein­rich­tung endet unse­re Arbeit meist nicht. In vie­len Fäl­len beglei­ten wir unse­re Care­leaver meh­re­re Mona­te ambu­lant nach, je nach Bedarfs­la­ge. Mit vie­len hal­ten wir auch noch einen losen Kon­takt, wenn die Kin­der bei den Eltern wie­der ein­ge­zo­gen sind. Außer­dem

haben wir vie­le Eltern, die sich noch Jah­re spä­ter immer wie­der Rat suchend an uns wen­den.

Wir hat­ten letz­tes Jahr eine grö­ße­re Fei­er, weil ein lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­ter in Ren­te gegan­gen ist. Er hat ein Leben lang in der Kin­der- und Jugend­hil­fe gear­bei­tet. Und bei die­ser Ver­ab­schie­dungs­fei­er waren tat­säch­lich dama­li­ge Jugend­li­chen aus sei­ner ers­ten Wohn­grup­pe, die der Kol­le­ge beglei­tet hat, anwe­send. Sie waren alle Anfang Fünf­zig, inzwi­schen mit­ten im Leben ste­hend mit ihren eige­nen Fami­li­en und Kin­dern da und haben ganz rüh­rend über den Kol­le­gen gespro­chen. Das war sehr schön auf der Fei­er mit­zu­be­kom­men, wie die­ser Mensch ihr Leben beein­flusst hat und dass es ihnen jetzt gut geht, und dass die Unter­stüt­zung, die sie damals erhal­ten haben, nach eige­nen Aus­sa­gen, eine gro­ße Hil­fe war. Und in das Erbe tre­ten wir natür­lich wei­ter­hin.

Wann haben Sie an der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie stu­diert? Mit wel­chem Abschluss und Arbeits­er­fah­rung haben Sie sich an der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie damals bewor­ben?

Oli­ver Heymann: Ich habe 2017 bis 2020 an der pari­tä­ti­schen Aka­de­mie stu­diert und muss­te ein Ver­län­ge­rungs­se­mes­ter in Anspruch neh­men. Davor habe ich einen Bache­lor in All­ge­mein­päd­ago­gik Bil­dungs­wis­sen­schaf­ten mit Neben­fach Psy­cho­lo­gie an der LMU in Mün­chen absol­viert. Im Zusam­men­hang mit Arbeits­er­fah­rung und dem Wunsch nach beruf­li­cher Wei­ter­ent­wick­lung, habe ich mich für M.A. Sozi­al­ma­nage­ment an der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie bewor­ben und wur­de ange­nom­men. 

Wo haben Sie damals neben dem Stu­di­um gear­bei­tet?

 

Oli­ver Heymann: Ich habe in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe bei einem nicht all­zu gro­ßen Trä­ger im Nor­den von Ber­lin gear­bei­tet. Das war ver­gleich­bar und rela­tiv nahe an der päd­ago­gi­schen Arbeit, die hier bei uns in den Wohn­grup­pen erfolgt. Es war haupt­säch­lich die Tages­be­treu­ung in einer Wohn­grup­pe für Men­schen mit Behin­de­rung.

Und wie ließ sich das Stu­di­um mit dem Arbeits­all­tag ver­bin­den? Wie haben Sie das damals erlebt?

Oli­ver Heymann: Ich konn­te unter Her­an­zie­hung des eige­nen Urlaubs, des Bil­dungs­ur­laubs sowie über den Abbau von Über­stun­den die

Prä­senz­wo­chen gut abde­cken. Ich habe damals in einem Schicht­dienst­sys­tem gear­bei­tet. Hier wur­de der Dienst­plan monat­lich und nicht wöchent­lich struk­tu­riert. So war es mög­lich sich die Prä­senz­zei­ten frei­zu­hal­ten und ein­fach in den ande­ren Wochen mehr Diens­te zu über­neh­men. Die Mit­ar­bei­ten­den in unse­ren Wohn­grup­pen arbei­ten hier ähn­lich. Zudem ließ die Gestal­tung der Arbeits­in­hal­te außer­halb der Prä­senz­zei­ten* in Form von Foren­bei­trä­gen im Mas­ter­stu­di­um eine gro­ße zeit­li­che Fle­xi­bi­li­tät zu.

*Die Struk­tur der Lern­ein­hei­ten pas­sen wir lau­fend den Bedürf­nis­sen der berufs­be­glei­tend Stu­die­ren­den an. Die Ter­min­über­sicht für den Stu­di­en­durch­gang ab WiSe 2024/25 wer­den wir zeit­nah ver­öf­fent­li­chen.

Haben Sie das Stu­di­um selbst finan­ziert?

Oli­ver Heymann: Ja, ich habe kei­ne finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bekom­men. Aber dank Raten­aus­hand­lung* ging

das ganz gut.

*Die Stu­di­en­ge­büh­ren wer­den mitt­ler­wei­le in 30 Monats­ra­ten ent­rich­tet. Eine antei­li­ge oder voll­stän­di­ge Über­nah­me der Stu­di­en­ge­büh­ren durch den Arbeit­ge­ber ist mög­lich.

Wel­che Aspek­te oder Inhal­te des M.A. Stu­di­ums Sozi­al­ma­nage­ment sind in Ihrem Berufs­all­tag noch heu­te rele­vant?

Oli­ver Heymann: Es gibt Vie­les. Ich den­ke mit­un­ter das Wich­tigs­te war einen Habi­tus und Hal­tung als Lei­tung zu ent­wi­ckeln. Dabei wur­den wir auf allen Ebe­nen unter­stützt, mit der Wis­sens- und der Kom­pe­tenz­ver­mitt­lung, um die­se Rol­le aus­fül­len zu kön­nen. Wir haben

sehr vie­le Berei­che abge­deckt und Metho­den ken­nen­ge­lernt, die ich jetzt noch in mei­ner Arbeit anwen­de. Im Stu­di­um habe ich die Mög­lich­kei­ten ken­nen­ge­lernt und kann sie mir nach Bedarf her­an­zie­hen, Kennt­nis­se auf­fri­schen und anwen­den. Und

was im sozia­len Bereich oft in der Aus­bil­dung zu kurz kommt und im Stu­di­um gut abge­deckt war, sind die BWL-Ler­n­an­tei­le, die für mich in der Lei­tungs­funk­ti­on sehr wert­voll sind. Mir hilft es tat­säch­lich sehr, dass ich sagen kann – hier ist eine Bilanz und ich kann sie ana­ly­sie­ren und Pro­ble­me anhand der Zah­len erken­nen.

Arbeits­recht ist auch ein wert­vol­ler Teil des Stu­di­ums gewe­sen. Vie­le stu­die­ren Sozia­le Arbeit oder Ähn­li­ches, sie sind gute

Fach­kräf­te, sehr gute Teamleiter:innen und haben sehr gute sozia­le Kom­pe­ten­zen in der Zusam­men­wir­kung mit den Kolleg:innen. Oft rut­schen sie jedoch, prak­tisch unvor­be­rei­tet, in die Lei­tungs­rol­len in ihren Orga­ni­sa­tio­nen. In die­sen Rol­len feh­len ihnen die fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on als Lei­tung, die wirt­schaft­li­chen und tech­ni­schen Kennt­nis­se, so gehen die­se Aspek­te auch in ihrem Berufs­all­tag en biss­chen unter. Mit dem wirt­schaft­li­chen Ver­ständ­nis und mit der Stär­ke in die­sen Berei­chen der Geschäfts­füh­rung macht man sich im sozia­len Bereich durch­aus manch­mal Freun­de.

Wel­che Kennt­nis­se oder wel­ches Know-How fehlt Ihnen jetzt, das im Job gewach­sen ist und im Stu­di­um nicht behan­delt wur­de?

 

Oli­ver Heymann: Ich weiß nicht, ob der Stu­di­en­gang tat­säch­lich die gro­ßen Pro­blem­fel­der, die mei­ne Arbeit jetzt betref­fen, abde­cken könn­te. Das sind haupt­säch­lich gesamt­ge­sell­schaft­li­che Phä­no­me­ne wie der Fach­kräf­te­man­gel, der ein­fach sehr gra­vie­rend zu Tage tritt. Und jetzt gera­de in Ber­lin ist es der Woh­nungs­man­gel, der unse­re Arbeit erschwert. Viel­leicht könn­te man im Stu­di­en­gang dar­auf vor­be­rei­tet wer­den, stär­ker in die­se poli­ti­sche Arbeit rein­zu­ge­hen und sozi­al­po­li­tisch den Fach­kräf­te­man­gel anzu­ge­hen, der uns die nächs­ten Jahr­zehn­te beglei­ten wird. Oder eben inno­va­tiv an die­sen Pro­blem­lö­sun­gen zu arbei­ten und schau­en wel­che Rol­le neue Tech­no­lo­gien wie KI bei der Arbeits­ent­las­tung spie­len könn­ten. Viel­leich könn­te KI nicht gera­de die Wohn­grup­pen unter­stüt­zen, aber viel­leicht bei ande­ren Arbeits­pro­zes­sen ent­las­ten­de Funk­ti­on ein­neh­men?

Digi­ta­li­sie­rung ist mitt­ler­wei­le Teil des Stu­di­en­gang­pro­gramms. Als Aka­de­mie wol­len wir auf dem letz­ten Stand der tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten sein und auf deren Poten­zi­al für Sozia­le Orga­ni­sa­tio­nen durch unse­re Stu­die­ren­de ver­wei­sen. Im Jahr 2017 waren aktu­el­le tech­ni­sche Ent­wick­lun­gen ver­mut­lich noch in der For­schungs­pha­se.

 

Oli­ver Heymann: Ins­ge­samt kann ich sagen, dass der Mas­ter­stu­di­en­gang mei­ne wei­te­re beruf­li­che Ent­wick­lung, aber auch mich als Mensch, maß­geb­lich beein­flusst hat. Wenn ich mit Men­schen spre­che die sich als Füh­rungs­kraft ent­wi­ckeln wol­len emp­feh­le ich die­sen Mas­ter.

Das Inter­view mit Oli­ver Heymann führ­te Ele­na Gav­risch (Mar­ke­ting und Öffent­lich­keits­ar­beit, Pari­tä­ti­sche Aka­de­mie Ber­lin)

Titel­bild: Oli­ver Heymann

Fotos: Ele­na Gav­risch

Zukunfts­werk­statt Kli­ma – Anpas­sun­gen an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels

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Start: 23. April 2024

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Zukunfts­werk­statt Kli­ma

Janu­ar 2024 | Nach­hal­tig­keit

Zukunftswerkstatt Klima

„Wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen, wo wir den Klimawandel nicht mehr verhindern, sondern nur noch abschwächen können.“

Cathrin Hirsch, Dozentin und Leiterin der Initiative KIJUNA, ist die treibende Kraft hinter unseren Bildungsreihe Zukunftswerkstatt Klima – Anpassung and die Folgen des Klimawandels im Gespräch: 

Frau Hirsch, Sie leiten die Initiative KIJUNA, die sich zum Ziel setzt die gesellschaftlichen Entwicklungen in Bezug auf Klimaschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit auch in der stationären Kinder‑, Jugend- und Eingliederungshilfe sowie Kitas zu etablieren und den Menschen, die hier gefördert und auf die Zukunft vorbereitet werden, eine Chance auf Teilhabe an diesen gesellschaftlich relevanten Themen zu geben.

Wie haben Sie das Thema Nachhaltigkeit für sich entdeckt? 

Cathrin Hirsch: Ich habe die Initiative gegründet, da ich festgestellt habe, dass in diesem ganzen Bereich der Nachhaltigkeit, der Bildung für nachhaltige Entwicklung und Anpassungsbemühungen der soziale Bereich nicht berücksichtigt wird, sondern eigentlich lediglich Schulen angesprochen werden. Und es ist tatsächlich so, dass die Klientel der Sozialen Arbeit, also gerade Jugendhilfe oder auch Eingliederungshilfe nicht den besten Zugang zur Bildung über das öffentliche Schulsystem hat. Deshalb habe ich die Initiative KIJUNA gegründet, um eben diese Thematik auch in die Kinder- und Jugendhilfe, sowie Eingliederungshilfe und Kitas reinzubringen und dort die Bildungsarbeit zum Klimaschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sozusagen zu „revolutionieren“.  

Frau Hirsch, in unserem Vorgespräch haben Sie erwähnt, dass das Thema Klima und Umweltveränderungen im Rahmen der aktuellen Ausbildungs- und Studiengänge im sozialen Bereich nicht behandelt wird. Beispielsweise in der Kindheitspädagogik gibt es dieses Fach nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass Erzieher:innen in ihrem Berufsalltag oft mit Fragen rund um Klima und Umwelt konfrontiert werden. Und natürlich gibt es auch Eltern, die dem menschengemachten Klimawandel sehr skeptisch gegenüberstehen und gar leugnen. Wie man damit umgehen kann, ist nicht immer klar. Ich kann mir gut vorstellen, dass Erzieher:innen und Betreuungspersonen mit vielen Fragen überfordert werden, wenn sie kein fundiertes Wissen zu diesem Thema in ihrer Ausbildung vermittelt bekommen haben. Für mich wäre es auch nicht leicht meinem 8‑jährigen Sohn altersgerecht zu erklären, was CO2 ist.

Was können Erzieher:innen sowie die Leitung von Kitas und Kinder- und Jugendeinrichtungen in dem Zertifikatskurs Zukunftswerkstatt KlimaAnpassungen an die Folgen des Klimawandels lernen, um mit solchen Fragen besser umgehen zu können? 

Cathrin Hirsch: Es ist auf jeden Fall Inhalt der Fortbildung, dass auch immer praktische Tipps mit an die Hand gegeben werden, was tatsächlich umgesetzt werden kann. Und ich vertraue auch viel auf die pädagogischen Fähigkeiten der Kolleg:innen, dass sie das Erwachsenenwissen, das sie bei uns in der Zukunftswerkstatt Klima vermittelt bekommen, auch in altersgerechte Häppchen teilen können. Es gibt auf jeden Fall Praxistipps und Methoden, wie mit den Kindern und den Jugendlichen gearbeitet werden kann. Außerdem bestärken wir die Kolleg:innen in ihrer Rolle als Pädagog:innen. Sie sind keine Klimawissenschaftler:innen und es ist nicht immer nötig, dass sie alles aus diesem Bereich wissen. Es kann auch ein sehr erfolgreicher pädagogischen Prozess sein, wenn die Kolleg:innen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen Wissen erwerben und dann danach handeln. 

Gibt es Richtlinien oder Empfehlungen seitens der Politik, bezüglich Bildungsprogrammen zum Thema Klima- und Umweltveränderungen in Kitas und oder in der Kinder- und Jugendarbeit?

Cathrin Hirsch: Es gibt den Ansatz der Bildung für nachhaltige Entwicklung und in diesem Bereich wird deutlich, dass es vor allem um die Stärkung von Gestaltungskompetenzen geht. Dies wurden für alle Länder, die die Agenda 2030 ratifiziert haben, entwickelt und damit benannt, welche Kompetenzen jede:r einzelne:r braucht, um eine nachhaltige Welt zu entwickeln. Die Förderung der Gestaltungskompetenzen ist der Kern der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Methodik läuft über die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs), die der Hauptteil der Agenda 2030 sind, die wir gemeinschaftlich als Weltgemeinschaft erreichen müssen, damit sich die Entwicklung vom Klimawandel und die damit verbundenen sozialen Spannungen abschwächt und unsere Welt als nachhaltig bezeichnet werden kann. 

Es ist eine sehr gute Investition in die nachhaltige Zukunft, wenn die neue Generation richtig gut zu diesem Thema ausgebildet wird und ihren Lebensstil den neun Umständen entsprechend anpasst. 

Cathrin Hirsch: Die Bildungsfragen sind nur ein Teil der Fortbildung. Es geht viel um konkrete Anpassungsmaßnahmen: Wenn die Sommer immer heißer werden, müssen wir unsere Tagesabläufe verändern, dass wir überhaupt noch draußen sein können. Müssen wir dann eher morgens arbeiten und mittags eine Siesta machen und abends wieder aktiv werden? Es sind Fragen, die ganz konkret auf die absehbaren Folgen des Klimawandels abzielen. Wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen, wo wir den Klimawandel nicht mehr verhindern, sondern nur noch abschwächen können. Es wird Klimaveränderungen geben, die konkrete Folgen und Herausforderungen mit sich bringen werden! Und da müssen wir einfach gucken, wie wir uns darauf vorbereiten. Also auch die Flut in Essen und in Niedersachsen über Weihnachten ist eine sehr deutlich spürbare Folge des Klimawandels. Die Luft wird immer wärmer, was zu heftigen Gewittern führt. Es fallen riesige Regenmengen binnen kürzester Zeit. Unsere städtische Abflusssysteme und Kanalnetze sind schnell überlastet. Immer wieder kommt es zu flächendeckenden Überschwemmungen und entsprechend schweren finanziellen Folgen und auch weiteren Umweltfolgen. Kann man sich auf solche Ereignisse vorbereiten? Können wir uns als Gesellschaft vorbereiten? Kann sich jeder Einzelne in seinem kleinen Umfeld vorbereiten? Darum geht es in unseren Bildungsreihe, also nicht nur um die Frage, wie bilden wir die nächste Generation zu diesem Thema aus, sondern auch darum, welche Maßnahmen wir als soziale Unternehmen und Einrichtungen jetzt ergreifen können, damit wir mit den Folgen des Klimawandels weiterleben und in unserer Alltagsorganisation nicht unbedingt komplett eingeschränkt sind.   

Im Grun­de ist Klimaschutzbeauftragte:r ein Beruf der Zukunft für Sozi­al­un­ter­neh­men. In der nahen Zukunft wird es mög­li­cher­wei­se zur Pflicht in jedem Unter­neh­men eine sol­che Rol­le aus­zu­fül­len, im glo­ba­len Sin­ne eine sehr ver­ant­wor­tungs­vol­le Rol­le!  

Cathrin Hirsch: In der Industrie und der Wirtschaft gibt es diese Stelle eigentlich fast überall. 

In der freien Wirtschaft gibt es andere Finanzierungsmöglichkeiten als in der Sozialwirtschaft. Wenn die sozialen Unternehmen andererseits beginnen, das Thema auf ihrer Prioritätsliste weiter oben zu platzieren, sich zu den Folgen des Klimawandels weiterbilden und die Verantwortung hinsichtlich Folgenabwendung und Nachhaltigkeit übernehmen, würden sich möglicherweise Räume für staatliche Subventionen öffnen und die Refinanzierung ihrer Aktivitäten zu mehr Nachhaltigkeit ermöglichen.  

 

Cathrin Hirsch: Aktuell sind mir keine politischen Initiativen zum Thema Anpassungsgesetze im sozialen Bereich bekannt. Aber wenn wir auf die Politik warten, die momentan mit ganz vielen anderen Problemen beschäftigt ist, dann ist es eigentlich schon zu spät. Meine Empfehlung wäre, so bald wie möglich mit den notwendigsten Anpassungsmaßnahmen anzufangen. Die baulichen Maßnahmen lassen sich gut über einen längeren Zeitraum finanzieren. Wenn wir jetzt starten und nicht warten bis das Gebäude der Einrichtung weggeschwemmt ist oder im Sommer so überhitzt ist, dass es für Mitarbeitende und Klient:innen gesundheitliche Folgen hat, dann sind wir schon recht vorne mit dabei. Jede Veränderung und damit auch diese Anpassungsprozesse brauchen Zeit. 

Wie diese Veränderungen umgesetzt werden und was genau beachtet werden muss, erklären wir in der Bildungsreihe Zukunftswerkstatt Klima 

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam am 23.04.2024 die Bildungsreihe Zukunftswerkstatt Klima – Anpassung an die Folgen des Klimawandels mit Cathrin Hirsch, Nicole Gifhorn, Prof. Dr. Jana Sillmann und anderen Expert:innen aus den genannten Bereichen und mit diesen Themen zu starten:

  • Was­ser­knapp­heit 
  • Hit­ze 
  • Ernäh­rung 
  • Extre­mes Wet­ter 
  • Ver­än­de­run­gen gestal­ten 
  • Kli­ma­psy­cho­lo­gie 
  • Who­le Insti­tu­ti­on Approach 
  • Die beson­de­re Ver­ant­wort­lich­keit sozia­ler Orga­ni­sa­tio­nen 

Nicole Gifhorn – Bildungsreferentin für Globales Lernen bei der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen  

 

Prof. Dr. Jana Sillmann studierte Geoökologie und promovierte 2029 an der Universität Hamburg und dem Max-Plank-Institut für Meteorologie, wo sie sich mit der Analyse von Datensätzen zu Extremwetterlagen beschäftigte. 

   

 

Zukunfts­werk­statt Kli­ma – Anpas­sun­gen an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels

Zer­ti­fi­kats­kurs

Start: 23. April 2024

Gesundheitskompetenzen und Salutogenese – eine Einladung zur Schatzsuche

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Rol­le und Berufs­pro­fil der kITA-FACH­BE­RA­TUNG

Ein Bei­trag zum Zer­ti­fi­kats­kurs „Fach­be­ra­tun­gen in Kin­der­ta­ges­stät­ten für päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te in der Kin­der- und Jugend­hil­fe von Ange­li­ka Monath und Chris­ti­ne Büh­ler, Dozen­tin­nen und fach­li­che Lei­tung im Zer­ti­fi­kats­kurs.

Mit gro­ßer Freu­de und Moti­va­ti­on lei­ten wir gemein­sam die­sen Zer­ti­fi­kats­kurs, getra­gen von einem gemein­sa­men Ver­ständ­nis von Erwach­se­nen­bil­dung und einer sys­te­mi­schen Grund­hal­tung. Über meh­re­re Jah­re waren wir gemein­sam als Fach­be­ra­te­rin­nen bei einem gro­ßen Ber­li­ner Trä­ger beschäf­tigt und sind auch heu­te noch im Pra­xis­feld von Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen unter­wegs. Somit sind wir am Puls der Zeit und grei­fen aktu­el­le The­men und Ent­wick­lun­gen kon­ti­nu­ier­lich auf.

 

Mit dem kom­men­den Kurs star­tet der 4. Durch­gang des Zer­ti­fi­kats­lehr­gangs, der im ste­ti­gen Qua­li­täts­pro­zess wei­ter­ent­wi­ckelt wur­de. Mit die­sem Zer­ti­fi­kats­kurs spre­chen wir gezielt päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te und Lei­tun­gen aus Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen an, die sich zur Kita-Fachberater:in wei­ter­bil­den wol­len. Eben­so neh­men auch Fachberater:innen, die bereits in die­sem Feld tätig sind an der Qua­li­fi­zie­rung teil, um ihre Arbeit metho­disch und inhalt­lich zu berei­chern.

 

Uns ist es wich­tig, den Teil­neh­men­den die Mög­lich­keit einer bewuss­te Rol­len­schär­fung zu geben, womit die Ent­wick­lung eines indi­vi­du­el­len, kla­re­ren Berufs­pro­fils erreicht wird. Der Zer­ti­fi­kats­kurs ver­mit­telt Fach­wis­sen, Bera­tungs­kom­pe­ten­zen, Metho­den und Tech­ni­ken zur kon­kre­ten Anwen­dung in Ihrer indi­vi­du­el­len beruf­li­chen All­tags­pra­xis. Die ein­zel­nen Modu­le set­zen sich hier­für aus einer Mischung von pra­xis­be­zo­ge­nen Übun­gen, Refle­xi­on und theo­re­ti­schen Ein­hei­ten und zusam­men, ange­knüpft an der jewei­li­gen beruf­li­chen All­tags­kon­text der Grup­pe. Schließ­lich ist es Ziel des Lehr­gangs, die in den Modu­len erwor­be­nen Kennt­nis­se, Erleb­nis­se, Fähig­kei­ten, Metho­den mit einer pro­fes­sio­nel­len Hal­tung im beruf­li­chen All­tag pra­xis­nah umset­zen zu kön­nen.

 

Die inhalt­li­chen Schwer­punk­te sind:

  • Kita als Orga­ni­sa­ti­on
  • Pro­zess­be­glei­tung  
  • Bera­tungs­kom­pe­ten­zen 
  • Auf­trags­klä­rung
  • Kom­mu­ni­ka­ti­on
  • Team­ent­wick­lung    
  • Kon­flikt­ma­nage­ment   
  • Lösungs­stra­te­gien sowie      
  • recht­li­che Rah­men­beding­ungen

 

Für ein­zel­ne Modu­le wer­den Gastdozent:innen ein­ge­la­den, um den Teil­neh­men­den ein viel­sei­ti­ges Lern­erleb­nis

zu ermög­li­chen.

 

In die­sem Kurs wird ein umfang­rei­ches Spek­trum ange­bo­ten, um sich über eige­ne Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen, gemein­sam und von­ein­an­der zu ler­nen. Mit den unter­schied­li­chen Kom­pe­ten­zen und Res­sour­cen aller Betei­lig­ten ergibt sich immer wie­der ein berei­chern­der und wert­vol­ler Syn­er­gie­ef­fekt.

 

„Durch die Fort­bil­dung schaue ich nun noch genau­er hin und höre noch bes­ser zu und habe mir das The­ma der Refle­xi­on sehr zu Her­zen genom­men und wer­de nun viel bewuss­ter und vor­be­rei­te­ter damit arbei­ten.“

Pia Blät­ter­mann, Teil­neh­me­rin der Qua­li­fi­zie­rung

 

Zwi­schen den Modu­len beglei­ten wir die Teil­neh­men­den super­vi­so­risch an meh­re­ren Refle­xi­ons­ta­gen. In die­sem Rah­men wer­den gemein­sam pra­xis­re­le­van­te The­men reflek­tiert und Fra­ge­stel­lun­gen zum eige­nen Den­ken, Füh­len und Han­deln ent­wi­ckelt und bewegt. Dar­über hin­aus bil­den sich Peer-Grup­pen zur kol­le­gia­len Fall­be­ra­tung in einem klei­ne­ren, ver­trau­ens­vol­len Rah­men.

 

Der Abschluss fin­det mit einem beson­de­ren fei­er­li­chen Kol­lo­qui­um statt, an dem alle Teil­neh­men­den einen

fach­be­ra­tungs­re­le­van­ten Pro­zess aus ihrer Arbeit prä­sen­tie­ren.

 

Wir freu­en uns auf den Start des nächs­ten Kur­ses am 24. Novem­ber 2022 und endet vor­aus­sicht­lich am 19. April 2023. Es han­delt sich ins­ge­samt dabei 25 Fort­bil­dungs­ta­ge in Prä­senz. Der Start­ter­min für den dar­auf­fol­gen­den Kurs ist der 5.–6. Okto­ber 2023.

Ange­li­ka Monath ist Exper­tin auf dem Gebiet der Organisations­entwicklung von Kitas und Schu­len und seit vie­len

Jah­ren im Bil­dungs­ma­nage­ment tätig. Chris­ti­ne Büh­ler ist seit lan­ger Zeit als Wei­ter­bild­ne­rin in Semi­na­ren, als Super­vi­so­rin, Coach und als Pro­zess­be­glei­te­rin in Kitas unter­wegs.

Fach­be­ra­tung in Kin­der­ta­ges­stät­ten – Für päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te

Zer­ti­fi­kats­kurs

Start 18. Novem­ber 2022

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Gemein­nüt­zig­keit im kiez

Sie sind auch in ihrer Nach­bar­schaft, aber viel­leicht wur­den sie bis­her kaum wahr­ge­nom­men: Unschein­ba­re Häu­ser in Wohn­ge­gen­den, die als Zen­tren für Bürger*innen Frei­zeit­ge­stal­tung und kon­kre­te Hil­fe anbie­ten. Wir haben zwei Pari­tä­ti­sche Ein­rich­tun­gen in Ber­lin besucht.

Das Roll­berg­vier­tel in Nor­den von Neu­kölln. Prä­gend sind die soge­nann­ten Mäan­der­bau­ten, ein Ensem­ble ver­schie­de­ner rela­tiv fla­cher Wohn­ge­bäu­de aus den 60er Jah­ren, an denen zuerst ihre acht­ecki­ge Form auf­fällt. Gebaut als klas­si­scher sozia­ler Woh­nungs­bau. Auch wenn sich hier vie­les seit Jahr­zehn­ten optisch kaum ver­än­dert hat, haben sich in der Roll­berg­stra­ße die Ange­bots­mie­ten zwi­schen 2009 und 2015 ver­dop­pelt. Der Kiez ist beliebt, vie­le wol­len zwi­schen dem Tem­pel­ho­fer Feld und der Knei­pen­mei­le Weser­stra­ße woh­nen. Und der Kiez wird damit immer teu­rer für die Alt­ein­ge­ses­se­nen.

Mit­ten­drin steht das Bür­ger­zen­trum Neu­kölln, eine Pari­tä­ti­sche Ein­rich­tung, die sich vor­wie­gend, aber nicht nur an älte­re Men­schen rich­tet. Cen­giz­han Yük­sel ist 29 Jah­re alt und hier seit 2020 Geschäfts­füh­rer. In die­ser Funk­ti­on ist er auch an der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie Ber­lin. Ins­ge­samt ist der stu­dier­te Ver­wal­tungs­wis­sen­schaft­ler seit 2011 im Pari­tä­ti­schen Umfeld aktiv. Das Bür­ger­zen­trum selbst ist deut­lich älter als ihr Geschäfts­füh­rer. Bereits 1983 eröff­ne­te die Ein­rich­tung, die damals noch „Haus des älte­ren Bür­gers“ hieß. Dr. Gabrie­le Schl­im­per, heu­te Lan­des­ge­schäfts­füh­re­rin des Pari­tä­ti­schen Ber­lin, war hier auch ein­mal Geschäfts­füh­re­rin.

Mit der Ent­schei­dung, dass Ange­bot auf brei­te­re Schich­ten aus­zu­wei­ten, wur­de es vor eini­gen Jah­ren zum Bür­ger­zen­trum, auch um den sich seit eini­gen Jah­ren stark ver­jün­gen­den Kiez Neu­köllns abzu­bil­den. „Der Schwer­punkt bleibt aber wei­ter­hin die offe­ne Senior*innenenarbeit“, erklärt Yüs­kel.

30.000 bis 40.000 Besucher*innen hat das Bür­ger­zen­trum im Jahr, zumin­dest wenn kein Coro­na herrscht. Die Band­brei­te geht von Senior*innen in Grund­si­che­rung bis zu sehr ver­mö­gen­den älte­ren Men­schen. Hier ist weni­ger wich­tig, wie hoch die Ren­te oder der Kon­to­stand ist, son­dern dass sich jeder die Frei­zeit im Bür­ger­zen­trum leis­ten und die glei­chen Ange­bo­te wahr­neh­men kann. Das Ange­bot reicht von Gärt­nern über Kegeln bis hin zum Tanz­tee, den vor Coro­na schon­mal 200 Leu­te besuch­ten. Auch vie­le krea­ti­ve Ange­bo­te bie­tet das Bür­ger­zen­trum – alles selbst­ver­wal­tet. Das Bür­ger­zen­trum stellt in ers­ter Linie die Infra­struk­tur. Wich­tig ist, dass die Besucher*innen ihre eige­nen Ideen von Frei­zeit­ge­stal­tung ent­wi­ckeln und umset­zen anstatt etwas vor­ge­setzt zu bekom­men. Cen­giz­han Yük­sel: „Es ist uns wich­tig, dass sie Senior*innen selbst­or­ga­ni­siert sind und dadurch ihre Idee von Gemein­nüt­zig­keit in die Welt tra­gen.“

Von Senior*innen für Senior*innen

Eine davon ist Inge Schwar­zer, Jahr­gang 1950. Sie ist mit 58 Jah­ren in Alters­teil­zeit gegan­gen und mit viel Zeit, wie sie sagt. Zunächst fing Frau Schwar­zer als Lese­pa­tin im damals noch „Haus des älte­ren Bür­gers“ genann­ten Bür­ger­zen­trum an, heu­te lei­tet sie die 14-köp­fi­ge Hand­ar­beits­grup­pe mit Damen im Alter von 54 bis 90 Jah­ren . „Aber ich muss ehr­lich sagen, dass ich die wenigs­te Geschick­lich­keit habe“, sagt die Senio­rin und lacht. Sie selbst orga­ni­siert Buch­hal­tung und Ver­kauf. Denn was in die­ser Grup­pe und ande­ren gefer­tigt wird, wird für den guten Zweck ver­kauft. Und da kommt eini­ges zusam­men: „Wir haben am Schluss weit über 1000 Euro gespen­det“, freut sich die Ber­li­ne­rin. Das hat unter ande­rem die Auto­ma­tik­tü­ren des Bür­ger­zen­trums mit­fi­nan­ziert oder wur­de für Bedarfs­ge­gen­stän­de für obdach­lo­se Men­schen aus­ge­ge­ben.

Orts­wech­sel. Ber­lin Wed­ding. Hier steht die Fabrik Oslo­er Stra­ße. Die Ein­rich­tung resi­diert in einer der klas­si­schen Ber­li­ner Hin­ter­hof-Fabri­ken, wie man sie frü­her auch in Wohn­vier­teln gebaut hat. Der Fabri­kant Albert Rol­ler ließ hier ab 1855 Maschi­nen und spä­ter Zünd­höl­zer her­stel­len. Als die Fir­ma in den sieb­zi­ger Jah­ren insol­vent ging, ent­deck­ten ver­schie­dens­te Initia­ti­ven das gro­ße und zen­tra­le Hin­ter­hof-Gelän­de, um fort­an sozio­kul­tu­rel­le Arbeit zu fabri­zie­ren. Wären die attrak­ti­ven Fabrik­ge­bäu­de nicht früh einer gemein­nüt­zi­gen Kie­z­ar­beit gewid­met wor­den, wür­den hier viel­leicht wie ander­orts Start Ups jetzt Apps pro­gram­mie­ren.

Es ist bereits viel los an die­sem ver­reg­ne­ten Mitt­woch­mor­gen in der Fabrik. Frei­wil­li­ge Helfer*innen berei­ten ein klei­nes Kiez­früh­stück im Ein­gangs­be­reich vor. Unzäh­li­ge Ver­ei­ne, Ver­bän­de und Initia­ti­ven fin­den seit Jahr­zehn­ten in der Fabrik Oslo­er Stra­ße ihr Zuhau­se. 20 davon lis­tet die Home­page auf. Von der Schreiba­by­am­bu­lanz über die Druck­werk­statt bis hin zur Gewalt­prä­ven­ti­on fin­det sich hier fast die gesam­te Band­brei­te der gemein­nüt­zi­gen Arbeit.

Lie­ber Sozia­le Arbeit als Wirt­schaft

Ein paar Meter wei­ter tref­fe ich bereits mei­ne Inter­view­part­ne­rin Ali­ye Stra­cke-Gönül. Die quir­li­ge Frau ist seit Ende 2020 Geschäfts­füh­re­rin der Fabrik und war zuvor bei der AWO in der Migra­ti­ons­be­ra­tung. Zuvor hat­te sie eine Bank­leh­re gemacht, ein Stu­di­um im Bereich Poli­tik und Ver­wal­tung absol­viert und eini­ge Jah­re im Aus­land gear­bei­tet. Irgend­wann, so ent­schied sie, woll­te sie aber nicht mehr in der Wirt­schaft arbei­ten und wech­sel­te in den sozia­len Bereich. Damit ist Frau Stra­cke-Gönül auch geo­gra­phisch zurück zu ihren Wur­zeln gekehrt, denn zwei Stra­ßen wei­ter von der Oslo­er Stra­ße ist sie auf­ge­wach­sen und ihre Eltern woh­nen bis heu­te dort. Schon früh ist sie in die Put­te in der Oslo­er Stra­ße gegan­gen, eine der weni­gen Ein­rich­tun­gen und Treff­punk­te für Migrant*innen im Kiez. Frau Stra­cke-Gönül weiß also ganz genau, wor­auf es ankommt: „Wir wol­len, dass die Men­schen im Kiez wis­sen: Wenn ich etwas brau­che, dann gehe ich in die Fabrik Oslo­er Stra­ße.“

Zunächst gibt mir die Geschäfts­füh­re­rin eine Füh­rung durch den gro­ßen Gebäu­de­kom­plex der Fabrik. Halt machen wir bei Durch­bruch e.V. Jugend­li­che, die Pro­ble­me haben und woan­ders kei­ne Aus­bil­dung absol­vie­ren kön­nen, wer­den hier zu Instal­la­teu­ren aus­ge­bil­det. Tho­mas Knaak ist hier Aus­bil­dungs­lei­ter und erzählt, wer alles bei ihm eine Aus­bil­dung macht: „Im Moment haben wir eine gro­ße Men­ge an Flücht­lin­gen. Ansons­ten haben wir Jugend­li­che mit ver­schie­de­nen Pro­blem­la­gen wie Alko­hol­kon­sum, Dro­gen, Gewalt, psy­chi­sche und schu­li­sche Pro­ble­me. Halt alles, was die Groß­stadt zu bie­ten hat.“ Durch­bruch ist dabei erfolg­reich. 90 Pro­zent der Jugend­li­chen schaf­fen hier ihren Berufs­ab­schluss. Auch das ist Gemein­nüt­zig­keit: Da wo der freie (Ausbildungs-)Markt nicht wei­ter­hilft, sprin­gen gemein­nüt­zi­ge Ver­ei­ne ein.

Wenn die Qua­drat­me­ter­prei­se stei­gen

Gen­tri­fi­zie­rung ist die wohl der­zeit größ­te Bedro­hung für die Gemein­nüt­zig­keit. Cen­giz­han Yük­sel aus dem Bür­ger­zen­trum Neu­kölln weiß: „Gera­de in dem sich ver­än­dern­den Kiez, in dem sich viel auf schön ver­klei­de­te Pro­fit­ma­xi­mie­rung aus­rich­tet, wird bezahl­ba­rer Raum knapp. Egal wie vie­le Akteu­re unter­wegs sind: Es stellt sich immer auch die Fra­ge, wem die Lie­gen­schaf­ten gehö­ren und was die Eigen­tü­mer damit machen.“ Man kön­ne inzwi­schen für über 30 Euro pro Qua­drat­me­ter für ein Laden­lo­kal in Neu­kölln neh­men. Sozia­le Trä­ger könn­ten das nicht stem­men.

Ali­ye Stra­cke-Gönül ver­bin­det damit auch eine per­sön­li­che Geschich­te: „Ich habe Ber­lin vor 20 Jah­re ver­las­sen und erst da ist mir das The­ma auf­ge­fal­len.“ Dass der Wed­ding im Kom­men ist, ist ein Run­ning Gag in der Ber­li­ner Bubble. So schlimm wie in Neu­kölln ist es noch nicht, aber auch hier wer­den stei­gen­de Mie­ten und Ver­drän­gung ein zuneh­men­des Pro­blem. „Wir sind ver­gleichs­wei­se noch gut dran“, meint Stra­cke-Gönül über ihren Kiez. Bezahl­ba­re Woh­nun­gen oder Ein­rich­tun­gen sind auch hier zuneh­mend Man­gel­wa­re, beson­ders für Fami­li­en, die immer öfter in der Fabrik Bera­tung suchen.

Die Fabrik und das Bür­ger­zen­trum sind in ihrer Struk­tur unter­schied­lich auf­ge­stellt. Das Bür­ger­zen­trum ist auch ein soge­nann­tes „Haus der Pari­tät.“ Das Logo steht unüber­seh­bar am Ein­gang. Und es bedeu­tet Sicher­heit, da die­se Häu­ser, die man in ganz Ber­lin fin­det, Lie­gen­schaf­ten des Lan­des­ver­ban­des, der Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen oder der Stif­tung sind. „Räu­me die wir anbie­ten, wür­de jeder Unter­neh­mer anders ver­wer­ten. Wenn man es anders gewinn­brin­gend ver­mark­ten könn­te, wäre hier kein Platz für Gemein­nüt­zig­keit“, ist sich Yük­sel sicher. „Damit wer­den wir zu einem Hafen für Ehren­amt und Gemein­nüt­zig­keit in die­sem sehr gefrag­ten Sze­ne­vier­tel.“

Nicht auf Pro­fit aus

Etwas anders ist es im Wed­ding. Das Gebäu­de der Fabrik Oslo­er Stra­ße gehört der GSE, einer gemein­nüt­zi­gen GmbH, die sich der dau­er­haf­ten Siche­rung von sozia­len Ein­rich­tun­gen ver­schrie­ben hat und Treu­hän­de­rin des Lan­des Ber­lin ist. Die Initia­ti­ven sind hier Mieter*innen und Frau Stra­cke-Gönül qua­si ihre Ver­mie­te­rin. Hier kom­men ihr auch ihre Erfah­run­gen in der Wirt­schaft zugu­te: „Als Ver­ein sind wir dar­auf ange­wie­sen, unse­re Arbeit nicht im wirt­schaft­li­chen Sin­ne zu sehen. Auch die Ver­mie­tung und Wei­ter­ver­mie­tung von Räum­lich­kei­ten müs­sen sich die Orga­ni­sa­tio­nen leis­ten kön­nen.“ Denn die stei­gen­den Gewer­be­mie­ten sind auch im Wed­ding ein Pro­blem: „Wir wol­len nichts ver­die­nen, son­dern den Orga­ni­sa­tio­nen, die sich die stei­gen­den Miet­prei­se nicht mehr leis­ten kön­nen, einen Ort zu schaf­fen.“ Das zeigt sich auch in der Mitarbeiter*innen-Struktur, denn hier hat nie­mand eine vol­le Stel­le. „Wir wür­den uns eine fes­te­re und lang­fris­ti­ge­re Finan­zie­rung wün­schen. Wir sind von Fremd­fi­nan­zie­run­gen abhän­gig“, so Stra­cke-Gönül.

Dafür muss man aber gewis­se Abstri­che machen, auch an den Ört­lich­kei­ten. Das alte Gebäu­de in der Oslo­er Stra­ße kann nicht umfas­send iso­liert wer­den, so dass es im Som­mer oft zu warm und im Win­ter zu kalt ist. Immer­hin die Fens­ter ent­spre­chen inzwi­schen den neu­es­ten ener­ge­ti­schen Stan­dards. Auch in Neu­kölln könn­te das ein oder ande­re mal erneu­ert wer­den. Der Auf­zug, immens wich­tig für die älte­ren Damen und Her­ren, stammt noch aus den acht­zi­ger Jah­ren. Sei­ne Tech­nik hat im Kel­ler die Grö­ße von zwei Schrän­ken und sieht aus wie ein anti­ker Super­com­pu­ter. Hin­zu kom­men noch zwei beein­dru­cken­de, raum­neh­men­de Ölwan­nen, die für den Betrieb des Auf­zugs uner­läss­lich sind.

Gemein­nüt­zi­ge Ein­rich­tun­gen wie das Bür­ger­zen­trum Neu­kölln und die Fabrik Oslo­er Stra­ße über­neh­men fun­da­men­ta­le Auf­ga­ben vor Ort, aus denen sich der Staat teil­wei­se zurück­ge­zo­gen hat. Eigent­lich soll­te man ihnen den roten Tep­pich aus­rol­len, aber oft­mals ist das Gegen­teil der Fall. Ali­ye Stra­cke-Gönül beklagt bei­spiels­wei­se eine gewis­se Skep­sis von Sei­ten eini­ger Behör­den, wenn es ums Geld geht. „Ich kann aber alle beru­hi­gen: Wir haben jedes Jahr eine Steu­er­prü­fung, einen Jah­res­ab­schluss, müs­sen Ver­wen­dungs­nach­wei­se erbrin­gen und sind sehr offen und trans­pa­rent“ sagt sie. Gro­ße Sprün­ge könn­te man sowie­so nicht machen. Hier arbei­tet nie­mand, der oder die reich wer­den will. Hier geht es um die Men­schen vor Ort.

Autor: Phil­ipp Mei­nert

Arti­kel aus dem Ver­bands­ma­ga­zin DER PARI­TÄ­TI­SCHE Aus­ga­be 02 | 2022: Vor­fahrt für Gemein­nüt­zig­keit

Ehren­amts­ma­nage­ment inten­siv

Hybrid-Kurs

Start 19. Okto­ber 2022

Ein Fami­li­en­zen­trum inno­va­tiv und nach­hal­tig füh­ren

Zer­ti­fi­kats­kurs

Start 28. Novem­ber 2022

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In 100 Stun­den zum/zur Ehrenamtsmanager:in

Wer sich für Men­schen mit Beein­träch­ti­gung ehren­amt­lich enga­gie­ren will, ist bei der Lebens­hil­fe Ber­lin an

der rich­ti­gen Adres­se. Die Mög­lich­kei­ten rei­chen von Ein­zel­be­treu­ung, Paten­schaf­ten in Wohn­grup­pen und Wohn­ge­mein­schaf­ten über die Unter­stüt­zung von Lese­klubs oder Eltern-Kind-Grup­pen bis zu Sport­pa­ten­schaf­ten. Hil­fe und Unter­stüt­zung wer­den auch bei Ver­an­stal­tun­gen gebraucht. Grund­sätz­lich ist die Lebens­hil­fe in allen

Berei­chen offen für Ideen und Vor­schlä­ge für frei­wil­li­ges Enga­ge­ment. Mehr als 100 ehren­amt­lich Enga­gier­te zählt die Lebens­hil­fe Ber­lin. Die erfolg­rei­che Bilanz kommt nicht von unge­fähr. Vor über 20 Jah­ren wur­de das Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment in der Lebens­hil­fe Ber­lin ein­ge­führt und von Tan­ja Weiß­lein auf­ge­baut. Seit­dem

enga­gie­ren sich Men­schen für Men­schen mit kogni­ti­ver Beein­träch­ti­gung und Lern­schwie­rig­kei­ten.

Kor­ne­lia Gold­bach lei­tet seit 2021 das Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment in der Lebens­hil­fe Ber­lin. Obwohl sie seit

vie­len Jah­ren in der Ein­rich­tung arbei­tet, war die Lei­tung des Frei­wil­li­gen­ma­nage­ments für sie neu. Dar­um nahm sie von Okto­ber 2021 bis Mai 2022 am Zer­ti­fi­kats­kurs Ehren­amts­ma­nage­ment inten­siv an der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie Ber­lin teil.

In 100 Stun­den qua­li­fi­zie­ren sich die Teilnehmer:innen zum/zur Ehrenamtsmanager:in. In dem Kurs erwer­ben die

Teilnehmer*innen die not­wen­di­gen Fach­kennt­nis­se und Metho­den für die stra­te­gi­sche Ent­wick­lung, Gestal­tung, Beglei­tung und Koor­di­na­ti­on von ehren­amt­lich Enga­gier­ten sowie für die Zusam­men­ar­beit von Haupt- und Ehren­amt­li­chen in Ein­rich­tun­gen der Sozi­al­wirt­schaft. Schon nach den ers­ten Semi­nar­ta­gen war für Kor­ne­lia Gold­bach klar: „Die Fort­bil­dung ist eine ganz tol­le Ver­an­stal­tung und ich freue mich sehr, dar­an teil­neh­men zu kön­nen.“

Die Lebens­hil­fe Ber­lin ist eine von vie­len Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­rich­tun­gen im Pari­tä­ti­schen Lan­des­ver­band, die­Wert auf ein pro­fes­sio­nel­les Ehren­amts- bzw. Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment legen. Denn ehren­amt­li­ches und frei­wil­li­ges Enga­ge­ment ist kei­ne Rand­er­schei­nung. Im Ber­li­ner Lan­des­ver­band kom­men zu rund 55.000 Mit­ar­bei­ten­den etwa 30.000 Ehren­amt­li­che hin­zu. Ehren­amt­lich Enga­gier­te zu gewin­nen und zu hal­ten, ist aller­dings kein Selbst­läu­fer. Der aktu­el­le Deut­sche Frei­wil­li­gen­sur­vey und wei­te­re Stu­di­en ver­wei­sen auf die Auf­ga­ben, die in der Pra­xis her­aus­for­dernd sind, wie bei­spiels­wei­se die Abnah­me zeit­in­ten­si­ver ehren­amt­li­cher Tätig­kei­ten, die Gewin­nung jun­ger Enga­gier­ter sowie die zeit­li­che und fach­li­che Über­for­de­rung von ehren­amt­lich

Enga­gier­ten. Ehren­amts­ma­nage­ment ist eine aner­kann­te haupt­amt­li­che Lei­tungs- und Füh­rungs­auf­ga­be in der Sozi­al­wirt­schaft.

Vor über 20 Jah­ren wur­de der Kurs „Ehren­amts­ma­nage­ment inten­siv“ durch Prof. Dr. Ste­phan Wag­ner an

der Pari­tä­ti­sche Aka­de­mie Ber­lin ins Leben geru­fen. Seit­dem haben zahl­rei­che Ver­ant­wort­li­che für Enga­ge­ment, Ehrenamtsmanager:innen und Freiwilligenkoordinator:innen aus den Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen den Zer­ti­fi­kats­kurs durch­lau­fen.

Im Fokus ste­hen drei Schwer­punk­te des Ehren­amts­ma­nage­men­tes: Die Ehrenamtlichen/Freiwilligen, Anfor­de­run-gen an die Organisations­entwicklung und an die Ehrenamtsmanager:innen. Der Kurs wur­de über die Jah­re modi­fi­ziert und wei­ter­ent­wi­ckelt. Aktu­ell wird der Kurs als Blen­ded Lear­ning ange­bo­ten, sprich Prä­senz- und Online-Semi­na­re wech­seln sich ab. So lässt sich der Kurs auch noch bes­ser in den Arbeits­all­tag inte­grie­ren. Die Teilnehmer:innen bau­en sich in Peer-Group-Mee­tings ihr Netz­werk auf. In Pra­xis-Talks ler­nen sie ande­re Ehrenamtsmanager:innen und ihre Arbeit ken­nen. Die Dozie­ren­den Chris­tia­ne Bie­der­mann und Bea­te Här­ing brin­gen ihr lang­jäh­ri­ges Know­how als Trai­ne­rin­nen im Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment ein, der Jurist Erik Judis die recht­li­chen Grund­la­gen im Ehren­amt.

Kor­ne­lia Gold­bach, ehe­ma­li­ge Teil­neh­me­rin: Was hat der Kurs kon­kret gebracht?

„Neben der kom­pe­ten­ten fach­li­chen Anlei­tung der Refe­ren­tin­nen, sich das The­ma „Ehren­amt“ im

gesell­schaft­li­chen Kon­text zu erschlie­ßen, erleb­te ich den Kurs als sehr hilf­reich, um den

Manage­ment­pro­zess in der Frei­wil­li­gen­ar­beit in sei­ner voll­kom­me­nen Gän­ze zu erfas­sen

und in mei­ner prak­ti­schen Arbeit in der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on umzu­set­zen.“

Ehren­amts­ma­nage­ment inten­siv

Hybrid-Kurs

Start 19. Okto­ber 2022

Ein Fami­li­en­zen­trum inno­va­tiv und nach­hal­tig füh­ren

Zer­ti­fi­kats­kurs

Start 28. Novem­ber 2022

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Inter­view mit Ben­ja­min Schorn

Ben­ja­min Schorn ist Foren­sic Inves­ti­ga­ti­on Spe­zia­list und besitzt mehr­jäh­ri­ge Erfah­rung in der Durch­füh­rung foren­si­scher Son­der­un­ter­su­chun­gen in Kri­mi­nal­ver­dachts­fäl­len, zuletzt bei der KPMG AG in Mün­chen, wo er unter ande­rem an der Auf­klä­rung des Wire­card-Skan­dals mit­ge­wirkt hat. Im Rah­men sei­ner Tätig­keit beschäf­tigt er sich inten­siv mit psy­cho­lo­gi­schen Befra­gungs­tech­ni­ken mit Tätern, Opfern und Zeu­gen sowie den Moti­va­to­ren, Stres­so­ren und der Ver­hal­tens­an­ti­zi­pa­ti­on von unter­schied­li­chen Per­sön­lich­keits­pro­fi­len. Er ist Trä­ger des ein­zi­gen welt­weit aner­kann­ten Titels im Bereich Foren­sik und Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät und wur­de 2021 als akkre­di­tier­ter Exper­te in die Exper­ten-Daten­bank der euro­päi­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de EURO­POL auf­ge­nom­men. Sei­ne wis­sen­schaft­li­chen Bei­trä­ge über sozi­al- und per­sön­lich­keits­psy­cho­lo­gi­sche Erkennt­nis­se im Bereich Wirt­schafts- kri­mi­na­li­tät wer­den regel­mä­ßig im ACFE Fraud Maga­zin ver­öf­fent­licht.

Im Jahr 2021 hat er das Insti­tut für Gover­nan­ce & Psy­cho­lo­gie gegrün­det und lei­tet dort ein Team aus Kri­mi­nal-psy­cho­lo­gen und Psy­cho­the­ra­peu­ten.

Was ver­ste­hen wir unter Foren­sic Lea­der­ship – Per­sön­lich­keits­pro­fil­ing als Füh­rungs­in­stru­ment bzw. Foren­sic Nego­tia­ti­on-Per­sön­lich­keits­pro­fil­ing als Ver­hand­lungs­in­stru­ment?

Im Semi­nar Foren­sic Lea­der­ship wer­den die Erkennt­nis­se aus der kri­mi­nal­psy­cho­lo­gi­schen Arbeit in die täg­li­che

Füh­rungs­pra­xis über­tra­gen. Dazu gehö­ren sowohl Gesprächs­tech­ni­ken, die bei Ver­neh­mun­gen von Zeu­gen, Opfern und Beschul­dig­ten her­an­ge­zo­gen wer­den, als auch pro­fes­sio­nel­le Ein­schät­zun­gen unter­schied­li­cher Ver­hal­tens­wei­sen. Im Semi­nar Foren­sic Nego­tia­ti­on nut­zen Sie die­ses Wis­sen, um psy­cho­lo­gisch wir­kungs­voll

mit ver­schie­de­nen Per­sön­lich­keits­sti­len Ihrer Geschäftspartner:innen zu ver­han­deln.

Was ist beson­ders rele­vant, wel­che aktu­el­len Bezü­ge gibt es zu den ange­bo­te­nen Inhal­ten?

Die Auf­ga­be eines Foren­si­kers und Wirt­schafts­kri­mi­no­lo­gen besteht zu einem wesent­li­chen Teil dar­aus, die Ursa­che-Wir­kungs-Zusam­men­hän­ge für (teil­wei­se schäd­li­ches) Ver­hal­ten zu begrei­fen. Für die­ses Ver­ste­hen zie­hen wir wis­sen­schaft­li­che Model­le aus der (Sozial-)psychologie und Kri­mi­no­lo­gie her­an, deren Kennt­nis­se sich eben­falls in die Füh­rungs­pra­xis ablei­ten las­sen. Denn die Her­aus­for­de­rung einer heu­ti­gen Füh­rungs­kraft besteht zuneh­mend dar­in, den Anfor­de­run­gen und Ansprü­chen nach einer indi­vi­du­el­len Behand­lung und Berück­sich­ti­gung der ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter gerecht zu wer­den.

Wel­che Vor­tei­le bie­tet Per­sön­lich­keits­pro­fil­ing, aber auch wel­che Schwierigkeiten/Hemmnisse? Was sind Ihre per­sön­li­chen Erfah­run­gen?

Per­sön­lich­keits­pro­fil­ing bie­tet zunächst ein­mal die Chan­ce, anhand von wis­sen­schaft­li­chen Para­me­tern eine gute Ein­schät­zung unse­res Gegen­übers zu erzie­len. In der foren­si­schen Arbeit hilft uns eine sol­che Dia­gnos­tik auf der einen Sei­te dabei, ein bes­se­res Ver­ständ­nis für die Moti­ve von Straf­tä­tern zu erlan­gen. Auf der ande­ren Sei­te ver­langt auch eine pro­fes­sio­nel­le Befra­gung eine ent­spre­chen­de Anti­zi­pa­ti­on unter­schied­li­cher Gefühls­wel­ten und Ver­hal­tens­wei­sen des Gesprächs­part­ners. Eine pro­fes­sio­nel­le Ein­schät­zung der inne­ren Dyna­mi­ken von Zeu­gen, Opfern und Beschul­dig­ten, ver­hilft uns in der Ver­neh­mung also an auf­rich­ti­ge und ehr­li­che Infor­ma­tio­nen

zu gelan­gen, die für die Fall­auf­klä­rung bedeut­sam sind. Gleich­zei­tig besteht in der Ein­ord­nung von Ver­hal­tens­wei­sen die Gefahr einer vor­schnel­len Stig­ma­ti­sie­rung im Sin­ne von „Der ist so und so eine Per­son.“ Hier gilt es, die eige­ne Hypo­the­se hin­sicht­lich der Hin­ein­ka­te­go­ri­sie­rung von Per­sön­lich­keits­ei­gen­schaf­ten auch immer wie­der refle­xiv zu hin­ter­fra­gen.

Wie läuft Kurs ab? Was ist kon­kre­ter Inhalt des Kur­ses? Wie gelingt eine Ver­bin­dung von Theo­rie und Selbst­re­fle­xi­on?

Der Kurs beschäf­tigt sich im Wesent­li­chen mit dem Begrei­fen von unter­schied­li­chen (teil­wei­se schwie­ri­gen) Ver­hal­tens­wei­sen von Mitarbeiter:innen und Füh­rungs­kräf­ten sowie der dazu­ge­hö­ri­gen Ver­hal­tens­an­ti­zi­pa­ti­on, die stets – ana­log zu foren­si­schen Ver­neh­mun­gen – auf Bezie­hungs­för­de­rung aus­ge­rich­tet ist.

Das Beson­de­re an die­sem Kurs ist, dass neben pro­fun­den Model­len aus der Wis­sen­schaft und span­nen­den Pra­xis­bei­spie­len aus dem foren­si­schen All­tag, ein Schau­spie­ler zur Ver­fü­gung steht, mit dem her­aus­for­dern­de Situa­tio­nen real­ge­treu geübt wer­den kön­nen.

Gibt es Vor­aus­set­zun­gen, die die Teil­neh­men­den des Semi­na­res erfül­len müs­sen? Für wen ist die Ver­an­stal­tung beson­ders emp­feh­lens­wert?

Die Teilnehmer:innen benö­ti­gen kei­ne Vor­kennt­nis­se. Die Ver­an­stal­tung ist sowohl für Fach­kräf­te rele­vant, die regel­mä­ßig in Teams zusam­men­ar­bei­ten und grup­pen­dy­na­mi­schen Phä­no­me­nen aus­ge­setzt sind, als auch für Füh­rungs­kräf­te, die eige­ne Mitarbeiter:innen anlei­ten sol­len.

Vie­len Dank für das Gespräch!

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Das Gespräch führ­te Sol­vejg Hes­se, Bil­dungs­re­fe­ren­tin an der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie Ber­lin

Foren­sic Lea­der­ship – Per­sön­lich­keits­pro­fil­ing als Füh­rungs­in­stru­ment

Semi­nar

19.–20. Sep­tem­ber 2022

Foren­sic Nego­tia­ti­on – Per­sön­lich­keits­pro­fil­ing für die Ver­hand­lungs­füh­rung

Semi­nar

14.–15. Novem­ber 2022

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ein Gast­bei­trag von Regi­na Schödl und Anika Göbel (Der Arti­kel ist ursprüng­lich im Pari­tä­ti­schen Rund­brief 2/2022 erschie­nen.)

Die Dis­kus­si­on zum The­ma Wir­kung und Wirk­sam­keit der Ein­glie­de­rungs­hil­fe wur­de durch gesetz­li­che Vor­ga­ben seit dem stu­fen­wei­sen Inkraft­tre­ten des BTHG im Jah­re 2017 ver­stärkt. Mit der durch das Bun­des­teil­ha­be­ge­setz in Gang gesetz­ten Reform wird sowohl der Begriff der Wirk­sam­keit der Leis­tungs­er­brin­gung (§ 128 SGB IX), als auch der Wir­kungs­kon­trol­le im Ein­zel­fall (§ 121 Abs. 2 SGB IX) expli­zit ein­ge­führt. Damit gibt es zwei Instru­men­te, die eine Steue­rung der Leis­tungs­er­brin­gung an ver­schie­de­nen Punk­ten gewähr­leis­ten soll. Eine kon­kre­te Defi­ni­ti­on der Begrif­fe Wir­kung und Wirk­sam­keit sowie deren Nach­weis erfolg­te dabei nicht.

Die Debat­te um die Wir­kung und die Wirk­sam­keit der erbrach­ten Ein­glie­de­rungs­hil­fe­leis­tung ist jedoch drin­gend not­wen­dig und wird durch­aus kon­tro­vers dis­ku­tiert. Zum einen besteht die Sor­ge, dass die Defi­ni­ti­on von Wir­kung und Wirk­sam­keit mit einer Öko­no­mi­sie­rung und Kon­trol­le der Leis­tungs­er­brin­gung ein­her­geht, zum ande­ren zei­gen jedoch bereits seit Län­ge­rem durch­ge­führ­te Wir­kungs­pro­jek­te sehr wohl die Mög­lich­keit auf, Wir­kun­gen der Sozia­len Arbeit nach­wei­sen und dar­stel­len zu kön­nen.

Selbst­be­stim­mung und Teil­ha­be sind Leit­zie­le der Ein­glie­de­rungs­hil­fe

Vor der Ein­füh­rung des BTHG betrach­te­te die Ein­glie­de­rungs­hil­fe anspruchs­be­rech­tig­te Men­schen mit Behin­de­rung als hil­fe­be­dürf­tig, deren Leben in der Gemein­schaft durch ent­spre­chen­de Für­sor­ge und Päd­ago­gik zu

för­dern sei. Mit dem Bun­des­teil­ha­be­ge­setz strebt der Gesetz­ge­ber einen weit­rei­chen­den Hal­tungs­wan­del gegen­über Men­schen mit Behin­de­rung an. Leis­tungs­be­rech­tig­te Men­schen mit Behin­de­rung sol­len Leis­tun­gen

erhal­ten, die eine selbst­be­stimm­te und gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be am Leben in der Gesell­schaft ermög­li­chen.

Benach­tei­li­gun­gen sol­len ver­mie­den bzw. wir­kungs­voll redu­ziert wer­den. Nicht mehr der Mensch mit Behin­de­rung muss ler­nen, sich sei­ner Umwelt anzu­pas­sen. Bar­rie­ren, die Men­schen an der vol­len und gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be hin­dern und beein­träch­ti­gen, sol­len abge­baut wer­den. Selbst­be­stim­mung und Teil­ha­be sind die Leit­zie­le der Ein­glie­de­rungs­hil­fe und bil­den damit die Grund­la­ge für die Ent­wick­lung von Kri­te­ri­en der Wir­kung und zum

Wir­kungs­nach­weis.

Und wie soll die Wirk­sam­keit erfasst wer­den?

Die Leis­tun­gen der EGH erzeu­gen im bes­ten Fall posi­ti­ve Ver­än­de­run­gen für Men­schen mit Behin­de­rung. Dies sind Wir­kun­gen auf Ebe­ne des Ein­zel­fal­les. Wer­den die Leis­tun­gen der Trä­ger in den Blick genom­men und eva­lu­iert, gibt dies Hin­wei­se zu deren Wirk­sam­keit. Die­se Leis­tun­gen kön­ne zum einen quan­ti­ta­tiv erfasst wer­den, müs­sen aber auch einer qua­li­ta­ti­ven Betrach­tung stand­hal­ten. Im Zusam­men­hang mit der Wir­kung und der Wirk­sam­keit in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe sind noch vie­le Fra­gen unge­klärt. Daher wird das The­ma Wir­kung und Wirk­sam­keit

in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe in einem Semi­nar an der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie am 26. August 2022 the­ma­ti­siert. Das halb­tä­gi­ge Semi­nar gibt einen kur­zen Über­blick über den aktu­el­len Stand der fach­li­chen Dis­kus­si­on rund um das The­ma Wir­kung und Wirk­sam­keit. Es zeigt auf, wie Wir­kungs­ori­en­tie­rung sowie Eva­lua­ti­on in der prak­ti­schen Arbeit gefasst wer­den kön­nen und hilft bei der Ein­ord­nung des Kon­zep­tes in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe. 

Wir­kung und Wirk­sam­keit in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe

Semi­nar

26. August 2022

Das Pari­tä­ti­sche Ein­glie­de­rungs­hil­fe­fo­rum

Ein inter­dis­zi­pli­nä­res Fach­in­for­ma­ti­ons- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot des Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­bands LV Ber­lin e.V. und der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie

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